Tarifeinigung: Ernährungswirtschaft gleicht Ost-Löhne an
Nach monatelangen Arbeitskämpfen steigen die Löhne in Sachsen-Anhalts Ernährungswirtschaft schrittweise an. Auch Standorte im Süden des Landes sind betroffen.
In Sachsen-Anhalt profitieren rund 2.300 Beschäftigte der Ernährungsindustrie von einer neuen tariflichen Einigung. Nach einem langwierigen Konflikt und zahlreichen Arbeitskämpfen verständigten sich die Arbeitgeberseite und die zuständige Gewerkschaft auf einen schrittweisen Abbau der bestehenden Lohnunterschiede zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern. Das entsprechende Abkommen sieht vor, die Differenzen bis zum Jahr 2032 weitgehend oder vollständig auszugleichen.
### Millionenschwere Mehrbelastungen für Betriebe
Bisher belief sich der monatliche Rückstand bei den Entgelten nach Angaben von Arbeitnehmervertretern auf Beträge zwischen 500 und 1.000 Euro. Von der Anpassung sind unter anderem Belegschaften bekannter Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft im Bundesland betroffen, darunter der Sektproduzent Rotkäppchen in Freyburg an der Unstrut. Weitere Anpassungen betreffen Standorte wie den Teigwarenhersteller Ditsch in Oranienbaum-Wörlitz sowie Freiberger in Osterweddingen.
Die Wirtschaftsvereinigung der Branche bewertete den Abschluss als einen weitreichenden Schritt, der die Unternehmen vor finanzielle Herausforderungen im Millionenbereich stellt. Dem Tarifabschluss war das nach Gewerkschaftsangaben intensivste Streikgeschehen in diesem Wirtschaftszweig seit der Wiedervereinigung vorausgegangen. Erst kürzlich gab es in einer anderen Branche des Handels- und Produktionssektors in der Region vergleichbare tarifliche Vereinbarungen.