Stromkosten im Bundesgebiet belasten Wirtschaftsstandort
Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass Strom in Deutschland im internationalen Vergleich am teuersten ist. Hohe Abgaben belasten Unternehmen in der Region Halle und im Saalekreis.
In Halle und im Saalekreis steigen die Sorgen um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen. Auswertungen des Vergleichsportals Verivox auf Grundlage von Kennzahlen des Energiedienstes Global Petrol Prices vom April 2024 offenbaren, dass Deutschland im internationalen Vergleich innerhalb der G20-Staatengruppe die höchsten Stromtarife aufweist. Verbraucher und Betriebe zahlen hierzulande im Mittel 35,6 Cent je Kilowattstunde.
Im internationalen Gefüge liegt Deutschland damit deutlich an der Spitze. Direkt dahinter rangieren Italien mit 34,5 Cent sowie Großbritannien mit einem Betrag von 32,4 Cent je Kilowattstunde. Der globale Mittelwert der untersuchten zwanzig Industrie- und Schwellenländer bewegt sich demgegenüber bei rund 16,3 Cent. Demnach verdoppeln sich die Ausgaben für elektrische Energie im Bundesgebiet im direkten Quervergleich nahezu.
Ein wesentlicher Grund für das hohe Preisniveau ist die starke Belastung durch öffentliche Abgaben. Mehr als sechzig Prozent des Endkundenpreises entfallen auf staatliche Steuern, Umlagen, Sonderabgaben sowie die Durchleitungsgebühren der Netzbetreiber. Die eigentliche Erzeugung durch Kraftwerke schlägt demgegenüber lediglich mit einem Drittel des Endbetrags zu Buche.
Wirtschaftsverbände und regionale Industrievertretungen fordern deshalb seit längerer Zeit spürbare Entlastungen, darunter eine drastische Absenkung der Stromsteuer für sämtliche Verbrauchergruppen. Angesichts der anhaltend hohen Energiekosten sehen sich produzierende Betriebe in Mitteldeutschland zunehmend im Nachteil gegenüber ausländischen Mitbewerbern.