Halle plant Millionenkredit für kommunale Infrastruktur
Die Stadtverwaltung strebt die Aufnahme langfristiger Investitionsdarlehen von bis zu 46,5 Millionen Euro an, um Bildungseinrichtungen und den Brandschutz zu finanzieren.
Halle (Saale) beabsichtigt die Aufnahme von Fremdkapital in großem Stil. Im September 2026 berät der Stadtrat über eine entsprechende Kreditermächtigung der Verwaltung, die ein Volumen von knapp 46,5 Millionen Euro umfasst. Das Vorhaben zielt darauf ab, laufende und bevorstehende Baumaßnahmen an öffentlichen Einrichtungen zügig zu begleichen und bestehende Schlussrechnungen zu bedienen.
Der finanzielle Schwerpunkt der geplanten Mittelvergabe liegt im Bereich der Schulen und Kindertagesstätten. Rund 38,9 Millionen Euro sind hierfür als Vorratsbeschlüsse vorgesehen. Zu den bedeutendsten Einzelposten gehört der Neubau der Grundschule in der Schimmelstraße mit einem Volumen von knapp 11,8 Millionen Euro. Weitere Finanzmittel fließen in Sanierungs- und Erweiterungsvorhaben an der Grundschule Otfried Preußler, dem Christian-Wolff-Gymnasium sowie in verschiedene Kindertagesstätten.
Neben dem Bildungssektor sind Investitionen im Bereich der öffentlichen Sicherheit und des Rettungswesens geplant. Für rund 7,6 Millionen Euro sollen unter anderem die Leitstelle modernisiert, Gerätehäuser von Freiwilligen Feuerwehren geplant und neue Einsatzfahrzeuge für die Berufsfeuerwehr sowie den Katastrophenschutz angeschafft werden. Ergänzende Mittel fließen in den Brücken- und Radwegebau sowie in den Campus Neustadt.
Die Konditionen des Darlehens sehen eine Laufzeit von zwei Jahrzehnten bei einer zehnjährigen Zinsbindung vor, wobei der Zinssatz bei höchstens 4,5 Prozent pro Jahr gedeckelt ist. Mit dem gewählten Instrument des Vorratsbeschlusses reagiert die Kommunalpolitik auf die Dynamik am Finanzmarkt, um bei kurzfristigen Zinsbindungen handlungsfähig zu bleiben. Die endgültige Entscheidung über das Kreditpaket fällt voraussichtlich in der Stadtratssitzung am 30. September 2026.