Globale Energieversorgung: Auswirkungen auf den Ölmarkt
Nach Drohnenangriffen auf die saudi-arabische East-West-Pipeline reagieren internationale Energiemärkte mit Preisaufschlägen und Lieferengpässen für europäische Abnehmer.
Halle (Saale) und der Saalekreis beobachten die Entwicklung an den globalen Rohstoffmärkten genau, da Preisbewegungen im Energiesektor unmittelbar auf die regionale Wirtschaft durchschlagen. Auslöser für die jüngste Anspannung ist der Ausfall der rund 1.200 Kilometer langen East-West-Pipeline in Saudi-Arabien. Die Leitung war im laufenden Monat nach Angriffen von Drohnen abgeschaltet worden. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco arbeitet nach Angaben aus Finanzkreisen daran, einen beschädigten Abschnitt zu umgehen, um innerhalb von sechs Wochen die vollständige Kapazität wiederherzustellen.
Durch den Stillstand der Pipeline, die täglich rund sieben Millionen Barrel transportieren kann, brachen die Ausfuhren des Landes im August massiv ein. Um die Seehandelswege durch die Straße von Hormus zu umgehen, hatte Saudi-Arabien die Infrastruktur zuvor intensiv genutzt. Während der Konzern asiatische Raffinerien kurzfristig mit alternativen Verkäufen bediente, müssen sich europäische Abnehmer auf Verzögerungen einstellen. Dies führte zu regionalen Preisanstiegen für Rohöl, wovon unter anderem der polnische Raffineriebetreiber Orlen betroffen ist, der auf Ersatzlieferungen ausweichen musste. Händler und verarbeitende Industrien in Europa verfolgen die Reparaturarbeiten an der Anlage daher mit großer Aufmerksamkeit.