Explodierende Kosten: Halle sucht Experten für Erziehungshilfen
Die Ausgaben für Erziehungshilfen in Halle (Saale) haben im vergangenen Jahr die Marke von 130 Millionen Euro erreicht. Nun sollen externe Sachverständige die Kosten senken.
HALLE (SAALE). Die Stadt Halle (Saale) steht im Bereich der Jugendhilfe vor einer enormen finanziellen Belastung. Wie aus aktuellen Berichten der Stadtverwaltung hervorgeht, kletterten die Ausgaben für die sogenannten Hilfen zur Erziehung (HZE) im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von rund 130 Millionen Euro. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die finanzielle Notbremse zu ziehen, setzt die Kommune nun auf externe Expertise.
Eine entsprechende Ausschreibung der Stadtverwaltung stieß bereits auf Resonanz. Insgesamt vier Sachverständige haben sich auf das Verfahren beworben, um die Strukturen und die Kostenentwicklung der Erziehungshilfen in Halle genau unter die Lupe zu nehmen. Ziel der Analyse ist es, Einsparpotenziale zu identifizieren und die Effizienz der Maßnahmen zu steigern, ohne dabei die notwendige Unterstützung für betroffene Familien zu gefährden.
Die Hilfen zur Erziehung umfassen ein breites Spektrum an Leistungen, von der ambulanten Familienberatung bis hin zur stationären Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen oder Pflegefamilien. In den vergangenen Jahren verzeichnete Halle hierbei einen kontinuierlichen und drastischen Kostenanstieg, der den städtischen Haushalt zunehmend belastet. Die Ergebnisse der externen Gutachter sollen der Verwaltung konkrete Handlungsempfehlungen liefern, wie die Ausgaben in diesem sensiblen Bereich künftig besser gesteuert werden können. Wann genau die Sachverständigen ihre Arbeit aufnehmen und erste Ergebnisse präsentieren, steht noch aus.